Lektionen im Schweigen

Sonntagskolumne Stadt, Land, Flucht. Wer schweigt, demonstriert Coolness und Kontrolle. Wir wissen das – und trotzdem fällt es uns wahnsinnig schwer. Auf dem Land aber kann man das Stillsein üben

Es gibt ja Menschen, die nicht besonders viel erzählen. Die sprechen nur, wenn es nötig ist oder wenn sie betrunken sind. Ich bin mit so einem verheiratet. Aber Bauer B. hat eine andere Dimension erreicht. Da saßen wir beim Kaffee und stellten ihm eine Frage. Ich glaube, es ging darum, wie feucht das Heu sein darf, wenn man es einlagert. Bauer B. schwieg. Kein unfreundliches Schweigen. Einfach schweigen. Irgendjemand anders sagte etwas, das Gespräch ging in eine andere Richtung.

Am nächsten Tag stand B. plötzlich auf unserem Hof und sagte: „Ihr habt mich etwas gefragt.“ Und dann antwortete er. Er hatte sich Zeit gelassen. Die Zeit, die er brauchte, um einen klaren Gedanken zu fassen. Ohne sich unter Druck setzen zu lassen. Ich bewundere ihn dafür. Und es verunsichert mich. [weiterlesen bei Cicero Online…]

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