Gentrifizierung – Städter, stresst euch mal nicht so

Rote Flora, Esso-Häuser, steigende Mieten: Veränderung in der Stadt ist schnell, Großstadtmenschen macht sie krank und wütend. Aber auch auf dem Land lässt sie uns nicht kalt. Nur gibt es hier etwas, das uns beruhigt

Sie leben in der Großstadt? Sie leben gefährlich. Das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, ist bei Ihnen doppelt so hoch wie bei uns Landmenschen. Die Aussicht auf Depressionen summiert sich auf das 1,4-fache. Woran das liegt? Städte engen räumlich ein, isolieren aber gleichzeitig. Sie verändern die „stressabhängige Emotionsverarbeitung“, so Mazda Aldi. Er leitet den Forschungsbereich für Affektive Störungen an der Berliner Charité und erforscht die psychische Gesundheit von Großstadtbewohnern. Was Menschen zwischen Häuserblöcken vor allem krank macht: Das Gefühl, seine Umgebung nicht kontrollieren zu können. Und Aldi ist nicht der einzige, der das herausgefunden hat. Auch das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim bescheinigt Stadtmenschen eine geringe Emotionskontrolle.

An diesem Samstag gingen einige Tausend Großstädter in Hamburg auf die Straße. Es vereinigten sich friedliche Fahnenschwenker, Dreadlockhippies und Steineschmeißer zum weihnachtlichen Gebet gegen Gentrifizierung und Ungerechtigkeit in der Sternschanze. Das Motto: Einforderung ihres Rechts „auf Stadt“. Der Anlass: Die Räumung der Roten Flora, Wahrzeichen der linken Szene und die Evakuierung der einsturzgefährdeten Esso-Häuser, die einen Rest von bezahlbarem Wohnraum auf der Reeperbahn symbolisieren. Hamburg soll den Hamburgern gehören. So demonstrierte man gegen den Kontrollverlust im Angesicht sich stetig vorangentrifizierender Wohngebiete. Da war Emotionskontrolle gefragt. [weiterlesen bei Cicero Online...]

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